Der Name

Erstmals erwähnt wird der Name dieses Tales im Jahre 1280 als "Yseltal". Seit 1483 findet man die Ortsbezeichnung Isenthal, welche aus dem althochdeutschen, romanischen Lehnwort "Insela" (Insel bzw. Halbinsel, das Tal hinter der Insel) herleiten dürfte.

Anderen Überlieferungen zufolge stammt die Ortsbezeichnung Isenthal aus dem im Kalkstein vorkommenden und früher gewonnenen Bohnerz Eisen, im Volksmund "Isen" genannt. Mit anderen Worten: das Tal wo das "Isen", das Eisen gewonnen wurde.

Das Wappen

Bis zum Jahr 1901 konnte man Isenthal nur über den Landweg von Seedorf, Bauen und Isleten, oder von Nidwalden her zu Fuss erreichen. 
Dabei sollen die ersten Bewohner eine Leiter benutzt haben, um die steilen Felsklippen, die sich über dem Urnersee erheben, zu überwinden.

Die Geschichte

Verschieden Flurnamen lassen darauf schliessen, dass Isenthal zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert besiedelt worden ist. Die ersten Bewohner waren vermutlich Jäger und Hirten, die auf steilen Pfaden in dieses wilde Hochtal aufgestiegen sind, oder aber von oben her, also von Nidwalden aus unser Tal bevölkert haben. 1901 wurde die Güterstrasse Isleten-Isenthal erstellt. Die Verbindung zum übrigen Kantonsteil erfolgte damals über den Seeweg von Isleten aus. Durch den Bau der Strasse Isleten-Seedorf 1951 konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Damit wurde auch der Grundstein für die heutige Mobilität gelegt, dank der sich viele Arbeitnehmer, die im Talboden ihrer Beschäftigung nachgehen, Isenthal als Wohnort beibehalten können. 

Wald war seit je her der grösste Bodenreichtum im Isenthal und bildete zusammen mit der Alp- und Viehwirtschaft eine der Haupteinnahmequellen. Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Isenthal um die Wende des 16./17. Jahrhunderts, als Hans Jakob Madran im Kleintal mit der Eisenerzgewinnung begann. Dieser musste die Strassen, Brücken und die Sust an der Isleten unterhalten, was Arbeit und Geld brachte.

Der Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel, kaufte 1873 zusammen mit Partnern die damals stillgelegte Papierfabrik in Isleten und begann für den Gotthardbahnbau Dynamit zu produzieren. Damit begann die Geschichte der schweizerischen Sprengstoffindustrie. Bis heute wird Isleten, auf dem Bachdelta am Auslauf des Isenthalerbaches gelegen, durch die Gebäude dieser Fabrik geprägt.

Diese war während mehr als 100 Jahren auch ein bedeutender Arbeitgeber für die Isenthaler.

Natürlich war auch der Jagdfleiss der Isenthaler nicht zu unterschätzen, wird doch heute noch erzählt, wie in alten Zeiten dieser Passion nicht nur zu den öffentlichen Zeiten nachgegangen wurde.
Als grosse Erleichterung wurde die Erlegung des letzten Bären im Isenthal angesehen, dessen Pratzen noch heute im Dorf bewundert werden können.

Zum Anlass "100 Jahre Ausrottung des Bären in der Schweiz" realisierte der Tourismusverein Isenthal im Jahre 2004 den ersten Bärenpfad der Schweiz. Er trägt zum Verständnis des Braunbären in unseren Alpen bei.

Vielen Naturgewalten und sonstiger Unbill zum Trotz, wuchs die Bevölkerung von Isenthal stetig, erreichte anfangs des 20. Jahrhunderts eine Einwohnerzahl von über 590 und hat sich heute bei etwa 540 eingependelt, die sich in rund 160 Haushaltungen aufteilen. Mit viel Eigeninitiative und grosszügiger Hilfe von politischen und verschiedenen anderen Partnern ist es bis heute gelungen, Isenthal als Wohnort attraktiv und lebenswert zu erhalten. 

Weitere Literatur über Isenthal könne Sie bei der Gemeindekanzlei Isenthal oder per Telefon 041 878 11 31 bestellen.

  • Isenthal im Wandel der Zeiten 1840-1990, von Michael Walker
  • Isenthal, Dorferneuerung - Ein Generationenwerk, von Josef Schuler
  • Reminiszenzen an das Isenthal, von Max Oechslin